Theodizee




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Beitragvon Göran » So 3. Jan 2010, 15:45

Theodizee-> (ein schönes wort!) meint: "Die Rechtfertigung Gottes angesichts des Leids in der Welt"

(Auch Teil des Themas meiner Facharbeit^^ (wie die hütte))

Würd mich mal interessieren, wie ihr mit dem Thema Leid in Zusammenhang mit der Religion umgeht.
Im alten Forum hat jemand einen etwas gruseligen Text darüber gepostet, dass das Leid eine Art Strafe Gottes ist. Dem nach will Gott nicht Strafen und tut es darum meistens auch nicht, sondern hilft den Menschen in ihrer Situation, aber früher oder später haut er doch brutal dazwischen, damit die Menschen ihm wieder gehorchen. Sprich er ist Gut aber setzt hier und da mal ein Mahnmal. Gott wurd da irgendwie mit nem Lehrer verglichen, der nem Schüler was hat durch gehen lassen und dann werden es immer mehr Schüler, die das auch machen, was der Schüler gemacht hat und nach na Zeit muss der Lehrer dann doch welche bestrafen, damit das ganze nicht weiter ausartet... irgendwie so... find ich persönlich nicht nur ermutigend.

Also wie seht ihrs: Leid als Strafe? Leid zum Zwecke eines höheren Wohls? Oder meint ihr, Gott hat da gar nichts mit am Hut?- wenn ja bleibt die Frage: Wenn ers nich auslöst, warum verhindert er es nich, er is doch allmächtig?

Schreibt einfach mal eure Gedanken nieder!^^
Zuletzt geändert von Göran am Mi 6. Jan 2010, 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Theodizee

Beitragvon dieLisa » So 3. Jan 2010, 16:11

Einfachere Themen sind dir nicht eingefallen :D Puh und das am Anfang eines neuen Forums...naja gut, wenigstens wird das Niveau der Diskussionen dadurch vielleicht / hoffentlich etwas angehoben?!

Wie auch immer, ich werde jetzt erstmal raus in den Schnee gehen und meinen Kaninchen Futter geben, da die sonst auch leiden... :)
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Re: Theodizee

Beitragvon Gemüses II. » So 3. Jan 2010, 18:43

Für mich ist Leid die Möglichkeit zu merken, dass es bei/mit Gott besser* ist. Das hilft mir leider nicht konkret, wenns mir schlecht geht, und ich beschwer mich trotzdem in der Situation, aber es ist meiner Meinung nach eine Erklärung. Und auch für Menschen, die ohne eigenes Verschulden sterben/leiden, ist es eine recht taktlose Erklärung. Aber wenn wir nur die "eine" Seite kennen (alles ist gut), wissen wir sie nicht zu schätzen. Wir könnten uns auch nicht bewusst für sie (die Seite) bzw. dann für Gott entscheiden, weil wir nichts anderes kennen würden, was wiederum den Sinn der Nachfolge nicht treffen würde. Wenn ich nichts anderes kennenlernen kann, kann ich mich auch nicht anders entscheiden.
Auch nicht besonders tröstend in der Situation des Leidens selbst, aber für mich letzten Endes eine "Rechtfertigung" des Leids: wenn das Leiden vorbei ist, ist man "stärker"/klüger/... Auch damit kann man Menschen, die um einen verstorbenen Freund trauern o.Ä. durchleben, nicht gut trösten. Die Frage, warum es z.B. den einen "erwischt" hat und nicht den anderen (oder eben vergleichbare Situationen nicht verhindert werden), ist mir zu hoch.

* Besser nicht im Sinne von "Wenn ich an Gott glaube, wird alles sofort gut" oder so. Mir fiel nur gerad kein besseres Wort ein.
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Re: Theodizee

Beitragvon Göran » Mo 4. Jan 2010, 23:38

heißt das, du glaubst, dass das Leid eine notwendigkeit ist, damit eine verbindung zwischen gott und den menschen möglich ist? Bzw, du meinst das Leid meist etwas zweckmäßiges hat?
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Re: Theodizee

Beitragvon dieLisa » Di 5. Jan 2010, 13:16

Nur wenn die Menschen leiden merken sie, dass sie Gott brauchen, gäbe es kein Leid, bräuchten sie Gott nicht.

Meinst du das so?
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Re: Theodizee

Beitragvon Gemüses II. » Di 5. Jan 2010, 14:24

Göran hat geschrieben:heißt das, du glaubst, dass das Leid eine notwendigkeit ist, damit eine verbindung zwischen gott und den menschen möglich ist? Bzw, du meinst das Leid meist etwas zweckmäßiges hat?


Nicht notwendig für eine Verbindung. Eher ein Weg. Lisa hat es eher getroffen.


dieLisa hat geschrieben:Nur wenn die Menschen leiden merken sie, dass sie Gott brauchen, gäbe es kein Leid, bräuchten sie Gott nicht.


Natürlich nicht nur, wenn sie leiden. Aber wie gesagt, es ist ein Weg, die Notwendigkeit zu sehen, Gott in sein Leben lassen.


Und ich finde, das Leid meist etwas Zweckmäßiges hat. Das scheitert natürlich bei extremen Sachen bzw. in Situationen, denen man persönlich überhaupt gar nichts abgewinnen kann. Aber meistens ist es so, dass ich selbst in den Leidenssituationen selber den Sinn nicht sehe, später schon. Natürlich nicht immer.
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Re: Theodizee

Beitragvon Göran » Di 5. Jan 2010, 17:24

hm okay... für mich stellt sich da die Frage, ob man daraus schließen darf, dass das Leid von Gott kommt, nur weil daraus oft etwas gutes entsteht. Also die Frage: Ist Gott der verursacher des Leids, da er weiß, dass es in letzter folge dadurch allen besser gehen wird(oder so)? Oder etwas schärfer formuliert: heilig der Zweck für Gott die Mittel bzw. geht Gott für seine Ziele über Leichen?

Ich glaube schon, dass du in sofern Recht hast, als dass aus Leid wirklich oft Gutes folgt, nämlich weil Gott in das Leid eingreift und wenn er es auch nicht verhindert, zu mindest versucht es zum Guten zu benutzen. Ich glaube aber nicht, dass Gott der Verursacher ist. Gott will nicht, dass wir leiden müssen, aber versucht dennoch aus unserem Leid das beste zu machen. Ich glaube Gott hat es nicht nötig Leid einzusetzen, um etwas zu bewirken.

Ich weiß nicht genau, wo du den Verursacher des Leids siehst... Für mich ist es der Mensch und nicht Gott. Wenn man nun aber davon ausgeht, bleibt bei deiner Begründung die Frage offen: Warum greift Gott nicht früher ein, warum lässt er es überhaupt soweit kommen?

Versteht ihr was ich meine?^^
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Re: Theodizee

Beitragvon dieLisa » Di 5. Jan 2010, 17:49

Ja, da hab ich eben auch schon drüber nachgedacht, weil ich auch denke: eigentlich ist der Mensch doch Schuld an dem ganzen Mist in der Welt... Beispiel aus der Hütte: Ein Mensch hat nicht richtig aufgepasst, ein anderer Mensch hat die kleine Tochter entführt, missbraucht und getötet. Nicht Gott. Aber Gott hätte es verhindern können.
:arrow: Er verhindert es nicht, weil etwas Gutes draus entstehen kann (zb. Macks Begegnung mit Gott)
:arrow: wenn er alles verhindern würde, würden wir nicht nach ihm fragen (s.o.)

Also verhindert er manches und anderes nicht... Und welche Rolle spielt unser Gebet dabei :idea:
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Re: Theodizee

Beitragvon Gemüses II. » Di 5. Jan 2010, 19:12

Göran hat geschrieben:hm okay... für mich stellt sich da die Frage, ob man daraus schließen darf, dass das Leid von Gott kommt, nur weil daraus oft etwas gutes entsteht. Also die Frage: Ist Gott der verursacher des Leids, da er weiß, dass es in letzter folge dadurch allen besser gehen wird(oder so)? Oder etwas schärfer formuliert: heilig der Zweck für Gott die Mittel bzw. geht Gott für seine Ziele über Leichen?

Ich glaube schon, dass du in sofern Recht hast, als dass aus Leid wirklich oft Gutes folgt, nämlich weil Gott in das Leid eingreift und wenn er es auch nicht verhindert, zu mindest versucht es zum Guten zu benutzen. Ich glaube aber nicht, dass Gott der Verursacher ist. Gott will nicht, dass wir leiden müssen, aber versucht dennoch aus unserem Leid das beste zu machen. Ich glaube Gott hat es nicht nötig Leid einzusetzen, um etwas zu bewirken.


Nein, ich sehe den Verursacher nicht in Gott. Mir kommt da die ganze Zeit ein Satz in den Sinn, der passt aber auch nicht ganz darauf. "Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt." (Jak 1, 13+14). Ok, Versuchung ist schon etwas anderes, weil hier das verursachte Leid mehr oder weniger eindeutig dem Menschen zugeschrieben wird (bzw. dem "Versucher" - ersteres hast du ja auch gesagt), aber das Fettgedruckte oben baut meiner Meinung nach auf die beiden Verse auf.


Göran hat geschrieben:Ich weiß nicht genau, wo du den Verursacher des Leids siehst... Für mich ist es der Mensch und nicht Gott. Wenn man nun aber davon ausgeht, bleibt bei deiner Begründung die Frage offen: Warum greift Gott nicht früher ein, warum lässt er es überhaupt soweit kommen?

Versteht ihr was ich meine?^^


Warum Gott nicht früher eingreift? Das klingt jetzt vielleicht etwas banal, aber: irgendwo muss er eine Grenze ziehen. Sonst kommen wir zu genau diesem Fall:

dieLisa hat geschrieben: :arrow: wenn er alles verhindern würde, würden wir nicht nach ihm fragen (s.o.)


Das klingt zwar stark nach "Bauernopfer" für diejenigen, die "geschlagen" werden (ums im Schachjargon zu sagen), aber es erscheint mir plausibel.


dieLisa hat geschrieben:Also verhindert er manches und anderes nicht... Und welche Rolle spielt unser Gebet dabei :idea:


Dafür kann man fast schon wieder ein neues Thema aufmachen. Aber darauf kann ich im Moment nicht so recht antworten, weil mich die Frage im Moment beschäftigt (also: Einfluss/Rolle des Gebets).
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Re: Theodizee

Beitragvon Göran » Di 5. Jan 2010, 19:21

:arrow: Er verhindert es nicht, weil etwas Gutes draus entstehen kann (zb. Macks Begegnung mit Gott)


Genau das mein ich ja grade nicht! Ich glaube nicht, dass Gott das Leid zulässt, weil er Gutes daraus entstehen lässt, sondern das er Gutes aus Leid entstehen lässt ,weil das nun mal (Menschen gemacht) da ist. Versteht ihr den Unterschied? Wie sebi schon gesagt hat, zu sagen Leid gibts, weil was gutes daraus entsteht, is ne These die schnell an ihre grenzen kommt.

:arrow: wenn er alles verhindern würde, würden wir nicht nach ihm fragen (s.o.)


Das hieße ja wieder das Gott das Leid als ne Art Brücke für uns braucht, aber das denk ich nicht. Er benutzt es vllt als Brücke, hätte aber eigentlich ne bessere möglichkeit... Wenn wir Menschen nicht so wären wie wir sind. Ich glaub das is der Punkt. Der Mensch hat den freien Willen in die Hand bekommen und Gott respektiert, was der Mensch damit anstellt... auf kosten anderer könnt man jetzt sagen... aber ich würd sagen die idee, die er dabei verfolgt, ist dass er von uns geliebt werden will und echt liebe kann man nicht erzwingen und darum muss gott sich halt einschränken. damit er eine echte, auf liebe basierende beziehung zu uns haben kann. Und warum er weswegen dann noch wann eingreift is ne frage die wir nicht beurteilen können. Und da bleibt uns wohl nur noch vertrauen. Das wär meine Idee... das Gott Leid zufügt, um was gutes erreichen, kann ich mit meinem bild eines Liebenden Gottes, der allmächtig ist, nicht vereinen, weil der muss doch ne bessere möglichkeit kennen. Aber um Liebe leben zu können gibt es glaub ich keinen andern weg als freiheit zu geben, sonst kommt da nix echtes bei raus. Das ist meine ansicht dazu.

Also verhindert er manches und anderes nicht... Und welche Rolle spielt unser Gebet dabei :idea:


das kann ich allerdings so stehen lassen... ich checkt die bedeutung und die möglichkeiten von gebet irgendwie nich^^ grade beim gebetsfestival kam ich da ins nachdenken, wer antworten hat bitte melden



Noch ne kleine Anmerkung, da Gemüses´ Beitrag kam während ich meinen schrieb: das mit dem bauernopfer find ich quatsch, aber ich glaub sowas in der art hab ich da oben schon geschrieben oder... wollt ich nur nochmal deutlich machen^^
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