Göran hat geschrieben:hm okay... für mich stellt sich da die Frage, ob man daraus schließen darf, dass das Leid von Gott kommt, nur weil daraus oft etwas gutes entsteht. Also die Frage: Ist Gott der verursacher des Leids, da er weiß, dass es in letzter folge dadurch allen besser gehen wird(oder so)? Oder etwas schärfer formuliert: heilig der Zweck für Gott die Mittel bzw. geht Gott für seine Ziele über Leichen?
Ich glaube schon, dass du in sofern Recht hast, als dass aus Leid wirklich oft Gutes folgt, nämlich weil Gott in das Leid eingreift und wenn er es auch nicht verhindert, zu mindest versucht es zum Guten zu benutzen. Ich glaube aber nicht, dass Gott der Verursacher ist. Gott will nicht, dass wir leiden müssen, aber versucht dennoch aus unserem Leid das beste zu machen. Ich glaube Gott hat es nicht nötig Leid einzusetzen, um etwas zu bewirken.
Nein, ich sehe den Verursacher nicht in Gott. Mir kommt da die ganze Zeit ein Satz in den Sinn, der passt aber auch nicht ganz darauf. "Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt." (Jak 1, 13+14). Ok, Versuchung ist schon etwas anderes, weil hier das verursachte Leid mehr oder weniger eindeutig dem Menschen zugeschrieben wird (bzw. dem "Versucher" - ersteres hast du ja auch gesagt), aber das Fettgedruckte oben baut meiner Meinung nach auf die beiden Verse auf.
Göran hat geschrieben:Ich weiß nicht genau, wo du den Verursacher des Leids siehst... Für mich ist es der Mensch und nicht Gott. Wenn man nun aber davon ausgeht, bleibt bei deiner Begründung die Frage offen: Warum greift Gott nicht früher ein, warum lässt er es überhaupt soweit kommen?
Versteht ihr was ich meine?^^
Warum Gott nicht früher eingreift? Das klingt jetzt vielleicht etwas banal, aber: irgendwo muss er eine Grenze ziehen. Sonst kommen wir zu genau diesem Fall:
dieLisa hat geschrieben: 
wenn er alles verhindern würde, würden wir nicht nach ihm fragen (s.o.)
Das klingt zwar stark nach "Bauernopfer" für diejenigen, die "geschlagen" werden (ums im Schachjargon zu sagen), aber es erscheint mir plausibel.
dieLisa hat geschrieben:Also verhindert er manches und anderes nicht... Und welche Rolle spielt unser Gebet dabei

Dafür kann man fast schon wieder ein neues Thema aufmachen. Aber darauf kann ich im Moment nicht so recht antworten, weil mich die Frage im Moment beschäftigt (also: Einfluss/Rolle des Gebets).